Schlagwort: Alchemie

  • Die Sphäre der Gedanken

    Ich habe eine Theorie, dass bestimmte Formen von Depressionen nicht ihre Ursache in einem chemischen Ungleichgewicht des Gehirns haben. Diese Formen basieren auf einer hohen Sensibilität, auf der Fähigkeit, Zugriff auf die mentale Sphäre der Menschheit zu erlangen. Zuerst ist man überwältigt vom Reichtum der Ideen und Eindrücke, die aus diesem kollektiven Raum kommen, aus dem kollektiven Geist der Menschheit. Aber ab einem bestimmten Punkt begreift man die Sinnlosigkeit jeglichen Unterfangens. Die Menschheit bewegt sich mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Verderben. Jemand, der das begreift, gerade weil man Zugriff auf die Sphäre der Gedanken hat, erfährt eine Phase von Dunkelheit und tiefer Depression.

    Diese Sphäre ist keine Metapher. Sie existiert wie eine weitere Dimension im geistigen Bereich. Sie ist immateriell, nicht lokalisiert und höher in der Hierarchie als der Bereich, den Doktor Rupert Sheldrake als morphische Felder bezeichnet. In diesem Bereich sind Ideen und Gedanken aller Menschen gespeichert. Aus diesem Bereich ziehen kreative Menschen ihre Ideen, sei es für die Kunst oder die Wissenschaft. Es ist wie eine dynamische Datenbank, die man unbewusst mit allen teilt. Jeder greift darauf zu, ob man sich dessen bewusst ist oder nicht.

    Viele Kulturen und Forscher haben einen Namen dafür gewählt, und sie haben unabhängig voneinander verstanden, dass so etwas existieren muss. Man erkennt dessen Existenz, wenn man lange genug geforscht hat und das Gesamtbild sieht. Manche bekommen es mit der Angst zu tun und ignorieren sofort die Fakten. Andere könnten so überwältigt sein, dass sie ihren Verstand verlieren. Wenige haben ein natürliches Talent, um damit gut zurechtzukommen.

    Beispielsweise bezeichnet der Psychologe Carl Gustav Jung diese Sphäre als das kollektive Unterbewusstsein. Gemeinsame Ideen und Vorstellungen bilden sogenannte Archetypen. Das Wort beinhaltet „archaisch“, was so viel wie „Vorzeit“ bedeutet. Was genau ist eine Vorzeit? Das ist die Zeit, als man die Geschichte noch nicht in Büchern verfasste. Zum Beispiel ist die Zeit um die Sintflut archaisch. Alles, was wir darüber wissen, steht in der Bibel, und den Rest kennen wir aus Mythologien. Eine Mythologie ist eine Form der Geschichte, die nicht vergessen werden möchte. Sie wird immer wieder erzählt, weil sie so viel Energie besitzt. Diese hat ihren Ursprung in der Sphäre der Gedanken, nistet sich dort ein, schlägt Wurzeln – man kann sie nicht eliminieren. Viele Filme basieren auf Mythologie. Sogar Wissenschaftler benennen Substanzen, Elemente und sogar Planeten und Monde nach Figuren aus der Mythologie. Allerdings enthalten Mythologien auch eine Art Tabu – Ereignisse, die man unbedingt vergessen wollte.

    Doktor Immanuel Velikovsky schreibt in seinem Buch „Menschheit im Gedächtnisschwund“, dass die Menschheit einen kollektiven Gedächtnisschwund erlitten hat. In den Mythen sind die Erinnerungen an wahre Katastrophen verschlüsselt worden. Ich frage mich, was passiert, wenn wir uns daran erinnern? Wieso schreibt Velikovsky, die Menschheit hätte es vergessen? Er konnte eindeutig beobachten, wie Menschen darauf reagieren, wenn man diese Erinnerungen wachrufen möchte. Unerklärliche Aggressivität ist die Folge, ähnlich wie bei einem Trauma, an das man sich nicht erinnern möchte.

    Wladimir Iwanowitsch Wernadski, ein russischer Forscher, unter anderem in der Geologie, popularisierte als Erster das Konzept der Noosphäre, also derjenigen Biosphäre, die durch das Bewusstsein des Menschen gesteuert wird. Er beschrieb es so: Innerhalb der letzten 200 Jahre ist die Menschheit als solche zu großer Bedeutung für die Geologie gelangt, insofern, als sie in Summe mehr Erdmasse bewegt als die Vorgänge der reinen Biosphäre. Die Menschheit ist also an einem Punkt angelangt, an dem die Summe der Gedanken aller Menschen die Struktur der obersten Schicht der Erde direkt beeinflusst. So etwas kann man dann tatsächlich auch aus dem Weltraum beobachten.

    Auch Pierre Teilhard de Chardin beschäftigte sich mit dem Konzept der Noosphäre. Aus seiner Sicht steuert die Noosphäre auf einen Omegapunkt zu, an dem sich das gesamte kollektive Unterbewusstsein letztendlich mit dem höchsten kosmischen Bewusstsein verbindet. Ein interessanter Gedanke, aber ich persönlich denke, er vermeidet auf diese Weise die Person Gottes, entpersonalisiert den Schöpfer und wandelt ihn zu einer Kraft um, die in der Natur existiert.

    Max Planck hingegen nahm da kein Blatt vor den Mund, als er Gott als den Erhalter des Universums sah, inklusive des Atoms als miniaturhaftes Sonnensystem. Selbst Isaac Newton studierte mehr die Bibel als irgendein anderes Buch, schrieb sogar über die Offenbarung mehr als über die Physik. Nur scheint sich die wissenschaftliche Gilde über die „geheimen Hobbys“ Newtons zu schämen, zu denen auch die Alchemie gehörte.

    Die Noosphäre als Theorie hat im Laufe der Zeit einige Wandlungen vollzogen, auch weil es eine deutliche Tendenz neuer Generationen von Wissenschaftlern gibt, sich mit dem Bewusstsein als Grundlage der Materie zu beschäftigen. Zum Beispiel hat man 1998 in den PEAR-Laboratorien (Princeton Engineering Anomalies Research) das Global Consciousness Project gegründet, das sich mit dem Einfluss des Geistes auf Zufallszahlen beschäftigt. Diese Zufallszahlen wurden damals noch mithilfe von Geigerzählern, die das Klicken radioaktiver Materialien wie Americium maßen, erzeugt. Später griff man stattdessen auf den Quantentunneleffekt von einfachen Zenerdioden zurück.

    Damit hatte ich mich 1998 sehr intensiv beschäftigt, und das war für mich überhaupt der Grund, warum ich C++-Programmierung gelernt habe. Also hat mein heutiger Beruf genau diesen Hintergrund. Dean Radins Buch „The Conscious Universe“ war allerdings nicht das einzige Buch, das ich im Vorfeld gelesen hatte. Allerdings war ich durch Fred Alan Wolfs Bücher vorbelastet, speziell „Die Physik der Träume: Von den Traumpfaden der Aborigines bis ins Herz der Materie“. Das hatte ich ein Jahr zuvor in unserem Sommerurlaub in Sardinien verschlungen – und das nur deswegen, weil ich sonst keine neuen Bücher über luzides Träumen im Bunter Bücherladen in Bernhausen finden konnte.

    Ich bin daher sozusagen akademisch unbelastet, denn wenn ich mir die Fachliteratur zu diesen Themen in den großen Bibliotheken angeschaut habe, erschrak ich, wie engstirnig und dogmatisch diese Fakultäten tatsächlich sind. Die armen Studenten: Sie gehen hinein, um etwas zu lernen, und kommen als Gehirnamputierte wieder heraus.

    Zufallszahlen also sind unter Beobachtung nicht so zufällig, wie man es mathematisch erwarten würde. Es entstehen Muster. Dabei beschränken sich die Analysen von Dean Radin und anderen Forschern eher auf die gaußsche Glockenkurve der Wahrscheinlichkeitsverteilung. Das eigentliche Wunder entdeckt man, wenn man symbolische Muster analysiert. Hier spiegelt sich das Bewusstsein im Chaos wider.

    Das erinnert mich an die Aussage Salomos: „Die ganze Schöpfung wurde der Sinnlosigkeit unterworfen.“ Wie würden sich physikalische Gesetze verändern, wenn die Konvergenz endlich eintritt? Damit meine ich die „Hochzeit zwischen Himmel und Erde“, das, was ganze Kulturen so sehr gefürchtet haben, dass es sogar in Asterix und Obelix dargestellt wurde – die Angst vor dem Himmel, dass dieser auf einmal doch einen starken Einfluss auf die Menschen hat und dadurch das Ende der menschlichen Herrschaft eingeleitet wird.

  • Die Emergenz einer neuen Wissenschaft

    Wir saßen im Chemiesaal und warteten auf unsere erste Chemie-Stunde. Bevor die Lehrerin das Klassenzimmer betrat, schlug ich das Lehrbuch auf – und ein Satz fiel mir sofort auf den ersten Seiten auf:
    „Die kleinsten Teilchen der Materie nennt man Moleküle.“

    Die Lehrerin stellte sich vor und stellte gleich die erste Frage:
    „Wie nennt man die kleinsten Teilchen?“

    Ich hob die Hand, sie rief mich auf, und ich antwortete:
    „Moleküle!“

    Nun, sie war nicht glücklich über meine Antwort – ganz im Gegenteil. Sie sagte:
    „Denk doch vorher nach, bevor du antwortest! Die Antwort ist falsch!“

    Es war eine sehr emotionale Reaktion. Ich versuchte ruhig zu bleiben, schlug erneut das Buch auf und las ihr diesen Satz vor. Ich nannte auch die Seite und den Absatz, damit meine Mitschüler es selbst nachprüfen konnten. Natürlich war die Antwort nur halb richtig: Die kleinsten Teilchen sind nicht wirklich Moleküle, sondern Atome.
    Nein, doch nicht – es sind die Protonen.
    Nein, auch nicht – es sind die Quarks.
    Oder doch …? Dieses Spiel kann man beliebig weiterführen, bis einem der Mund austrocknet.

    So kam ich zu meinem Spitznamen „Der Molekulator“, den mir meine Mitschüler verliehen haben. Langweilig war ihnen jedenfalls nicht in unserer ersten Chemie-Stunde.

    Die Entmaterialisierung

    1994 las ich ein Buch über Quantenmechanik. Es beschrieb in einfachen Worten, was das Doppelspalt-Experiment ist und welche philosophischen Konsequenzen man daraus ziehen könnte. Solche Bücher gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Ich las das Buch in Sardinien, direkt am Meer. Damals war mir nur nicht bewusst, dass eines Tages auch Quantencomputer durch diese Erkenntnisse in der Wissenschaft möglich sein würden.

    Die physische Realität war nun nicht mehr so physisch, wie zuvor gedacht. Die Realität besteht aus Wahrscheinlichkeitswellen, die erst bei Beobachtung zu etwas werden, das wir anfassen oder sehen können.

    1996 begann ich, Homöopathie und Akupunktur zu studieren. Jetzt war ich bereits in eine Welt eingetaucht, die alles andere als materiell war. Geist und Emotionen waren in der Lage, die physische Realität zu formen. Ich konnte nur müde lächeln über die Bemerkungen von Bekannten, wenn sie mir erzählten, Gedanken könnten unsere Gesundheit beeinflussen. Da war noch viel mehr möglich als nur das.

    2001 kam ich in Kontakt mit der Freien-Energie-Forschung, speziell der Joe Cell. Viele verwechselten sie mit einer Elektrolysezelle, die nichts anderes tut, als Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zu spalten (unter anderem werden auch die Salze gespalten). Aber diese Zelle nutzt eine andere Form der Energie, um den Benzinmotor durch eine Implosion und ohne Temperaturerhöhung zu betreiben. Starke elektromagnetische Felder, ebenso wie starke Emotionen, können die Funktion beeinträchtigen oder sogar stoppen.

    2015 kam ich dann letztendlich mit ganz neuen Dingen in Kontakt, und spätestens dann wurde mir bewusst, dass die Wissenschaft uns all das eigentlich verheimlicht hatte. Um es sehr diplomatisch auszudrücken: Die Wissenschaft hat ihren fest eingegrenzten Bereich – die physische Realität, die Atome und ihre Moleküle – und sollte sich um ihren eigenen Kram kümmern.

    Denn es existiert noch etwas außerhalb dieses Bereichs. Etwas Höheres als das, was wir Quantenphysik nennen. Denn die Quantenphysik ist nur eine von vielen Schichten in dem Gerüst, das die Realität aufbaut.

    Ein Blick in die Vergangenheit

    Wussten die alten Wissenschaftler mehr als wir heute? Teilweise ja! Aber damals gab es nicht die übliche Redefreiheit, und die Kirche verfolgte Menschen, die ihre dogmatische Weltvorstellung in Frage stellten – inklusive Folterung und Ermordung. Deshalb forschten viele im Verborgenen und teilten ihre Erkenntnisse nicht öffentlich, also nicht in einem „Forum“. (Forum bedeutete ursprünglich einen Ort, an dem man sein Wissen mit anderen teilte.)

    Es gab damals zum Beispiel eine Art Wissenschaft, die man Alchemie nannte. Das war keine Protowissenschaft, also keine frühe Vorstufe der modernen Naturwissenschaft, die sich erst allmählich zu ihrer heutigen Form entwickelt hätte, sondern eine gänzlich andere Denkweise. Sie verband das Innere des Menschen mit dem Äußeren der Natur und sah darin eine untrennbare Einheit. Sehr ähnlich beschreibt heute die Quantenphysik, dass der Beobachter selbst Teil des Systems ist, das er beobachtet oder misst.

    Insgesamt wurden damals weit mehr Bücher über Alchemie veröffentlicht als heute. Die Auflagen waren sehr klein, und die Bücher entsprechend teuer. Trotzdem wurde viel publiziert – meistens unter einem Pseudonym. Es gab viele sogenannte Pseudo-Geber oder Pseudo-Magnus – Werke, die einem bekannten Forscher zugeschrieben wurden. Nur so konnten Informationen weitergegeben werden, oft auch über private Briefe.

    Zum Beispiel schrieb Kepler in den 1590er-Jahren Briefe an Galileo. Oder Isaac Newton und Gottfried Wilhelm Leibniz tauschten sich über Mathematik aus – na ja, es war eher ein Streit, aber immerhin ein produktiver.

    Nichts Neues unter der Sonne

    Heute wird das Rad irgendwie öfter neu erfunden als vor 400 Jahren. Man vergisst nämlich, dass man sich bereits vor Jahrhunderten über die Rolle des Geistes über die Materie unterhalten hatte. Heute nennt man das Quantenmechanik. Ohne bestimmte Phänomene wie die Quantenverschränkung würden Prozesse wie die Photosynthese nie effektiv genug funktionieren – und wir wären nicht am Leben. Ohne die Superposition würden Ribosomen nicht funktionieren.

    Das ist so, als würde ein Teil unserer physischen Realität kurz in einen traumartigen Zustand versetzt, um überhaupt funktionieren zu können. Dann „wacht“ das System auf und hat etwas aus diesem Traum mitgebracht.

    Es gilt als innovativ, wenn Wissenschaftler so etwas erklären. Spricht jedoch ein Laie darüber – weil seine Intuition tiefer und feiner ausgebildet ist – dann gilt es als Spinnerei.

    Dr. Anita Goel erforscht derzeit, wie man dafür einen wissenschaftlichen Beweis erbringen kann, indem sie das Innere einer biologischen Zelle mit einem Laser in einer Art Doppelspalt-Experiment untersucht. Sie möchte zeigen, dass Vorgänge in einer Zelle tatsächlich nur in einem Quantenzustand oder einer Superposition funktionieren können.

    Wenn ihr das gelingt, dann wird das eintreten, was Arthur Schopenhauer einst vorhergesagt hat:

    „Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen:
    Zuerst wird sie lächerlich gemacht.
    Dann wird sie bekämpft.
    Schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen.“

    Und aus Erfahrung weiß ich, dass dieselben Spötter, die einst versucht hatten, solche Versuche ins Lächerliche zu ziehen, später behaupten werden, sie hätten es schon immer gewusst und sogar unterstützt. Oder sie werden versuchen, die Implikationen einer neuen Erkenntnis durch oberflächliche Behauptungen abzuschwächen.

    Das sind Opportunisten, Parasiten, Pseudoskeptiker, Dogmatiker – Reality Agents, wie auch immer man sie nennen mag. Eine Spezies, die bald nicht mehr existieren wird, weil sich der Zustand des kollektiven Geistes so sehr verändert, dass sie in dieser neuen „Schwingung“ nicht mehr fortbestehen können.

    Emergenz

    Die tatsächliche Emergenz einer neuen Wissenschaft geschieht letztendlich durch Menschen, die aufgrund einer globalen Notwendigkeit in Erscheinung treten. Es werden Menschen sein, die viele Talente in sich vereinen. Menschen, die Wissenschaft und Kunst zu einer Synthese verbinden, eine tiefe Spiritualität besitzen, an Gott glauben und dessen Werk unterstützen. Anders als viele Wissenschaftler von heute werden sie nicht stolz auftreten und so tun, als wüssten sie alles. Stattdessen wird man in ihrem Verhalten eine tiefe Demut erkennen.

    Sie werden so aufgeschlossen sein, dass sie keine Schwierigkeiten haben, bestehende Paradigmen zu transzendieren. Statt in Konkurrenz zueinander zu stehen, werden sie leidenschaftlich ihre Erkenntnisse miteinander teilen. So entsteht eine Synergie von bisher unbekannten Ausmaßen.

    Der Fortschritt wird nicht auf Kosten von Ethik oder Moral vorangetrieben, sondern auf dem Verständnis beruhen, dass moralische Gesetze schon lange vor dem physikalischen Universum existierten. Diese Menschen werden integer sein – nicht korrumpierbar.

    Wenn zu dieser Zeit die Weltwirtschaft vollständig verschwunden sein wird, Geld nicht mehr als Zahlungsmittel existiert und weder Nationalismus noch Patriotismus die Bühne der Wissenschaft beeinflussen, wird diese neue Art von Mensch aufleben – und sie werden das Forschen wirklich genießen.