Das brave Kind

Zur Zeit lese ich das Buch „Die Wiederentdeckung des Lebendigen“ von Bernd Senf. Es geht darin um die „Erforschung der Lebensenergie durch Reich, Schauberger, Lakhovsky …“ und vielen anderen.

Die Wiederentdeckung des Lebendigen

Ich muss dem Autor gratulieren für dieses Buch. Es ist als ob ich schon lange darauf gewartet hätte wieder mal ein richtig gutes Buch zu lesen, welches so viele Puzzle Stücke zusammen führt und das gesamt Bild etwas schärfer wird.

Mit der Akupunktur habe ich mich bereits beschäftigt und aus diesem Gebiet kenne ich diesen abstrakten Begriff „Lebenskraft“ und die sogenannten „Blockaden“ welche die Lebenskraft am freien Fließen hindern.
In der Homöopathie ist das ebenfalls bekannt. Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, benutzte diesen Begriff sogar ziemlich häufig. Er nannte es Lebenskraft, Dynamis, Lebendige und so weiter. Ich kenne bis heute keinen Hinweis, dass Wilhelm Reich die Homöopathie kannte oder die Schriften von Hahnemann, aber dieser Wissenschaftler war unglaublich intuitiv veranlagt und er kam durch seine Forschung dem „Phänomen der Lebenskraft“ näher als so mancher antiker Alchemist.

Bei der Lektüre des Buches auf den Seiten 44 bis 49 ist mir folgendes aufgefallen: Es geht um das „Lust-Prinzip„. Jeder kennt den Spruch „ich hab kein Bock„. Was steckt dahinter? Der Bock hat Lust, es hat einen Trieb. Die Lebenskraft im Tier führt dazu, dass es „böckt„, also kleine Sprünge macht. Daher stammt auch der Begriff „Bock-Sprung„. Auch wenn man nun den Bock gleich mit „sexueller Lust“ in Verbindung bringen würde, es geht nicht immer nur um diese Art von Trieb-Kraft, sondern auch um die Lebenslust. Bevor Kinder die Pubertät erreichen, kanalisieren sie diese „Lebenslust“ in Spielen, herum tollen, springen, rennen, schreien, in die Pfütze treten, das Kartenhaus des Onkels umstoßen, stupsen, … herrlich. Kinder sind voller Lebenskraft.

Bernd Senf erklärt nun, dass diese Lebenskraft auch blockiert werden kann durch Ablehnung, Zurückweisung und übertriebener Bestrafung.

Natürlich ist dadurch nicht die normale Disziplin der Eltern gemeint, was ein Ausdruck der Liebe ist, schließlich will man die Kinder vor Schaden bewahren. Es ist eher der Mangel an Aufmerksamkeit gemeint, z.B. wenn das Kind zum Vater rennt und ihm das zeigen möchte was er im Garten entdeckt hat und der Vater schroff antwortet:“Jetzt nicht, siehst du nicht das ich Fußball schaue!„. Wiederholt sich das öfters, so das die Summer der Aufmerksamkeit der Eltern für die Kinder sich auf lächerliche 10 Minuten täglich reduziert, dann wird die Lebenskraft im Kind ein anderes Ventil suchen. Manche Kinder drücken ihre unglaubliche Freude durch ein Freudenschrei aus und da kann so mancher Elternteil sogar mit einer Ohrfeige reagieren … so was hatte ich tatsächlich einmal beobachten können. Das Kind hatte daraufhin Asthma entwickelt. Natürlich liebten die Eltern das Kind, aber sie waren selbst einem „sozialen Verhaltenskodex“ untergeordnet, welches wohl nur eine gewisse Dezibel an Lautstärke erlaubte.

Ein Kind welches so unterdrückt wurde entwickelt einen sogenannten Charakterpanzer. Die Energie wird geteilt und fließt nicht mehr ungehindert. Das führt zu Neurosen. Vielleicht fällt uns das heute nicht mehr so auf, weil wir das schon gewohnt sind, aber wer hat in letzter Zeit Augenkontakt mit Jugendlichen gehabt? Wann war das letzte Mal, dass man einem Jugendlichen in die Augen gesehen hat??? Wenn einem das nicht sofort auffällt, dann schläft man noch ziemlich fest. Die Kinder von heute haben einen gesenkten Kopf. Man spricht hier schon von einer neuen Krankheit. Die Leute starren nur noch auf ihre Smartphones, halten ihren Hals in 60 Grad nach unten und das Belastet die Wirbelsäule auf unnatürliche Weise. Der Blickkontakt fällt dadurch völlig aus. Man ist es kaum noch gewohnt mit jemanden normal zu reden. Wir werden bald eine Generation von sozial schwachen Menschen haben (man nennt das auch „asozial„, aber dieser Begriff ist wohl etwas zu stark gefärbt).

Kinder die jedoch einen komplett ausgebildeten Charakterpanzer haben, können einen sogar als ganz „brav“ erscheinen. Sie fordern nicht, schreien nicht, sind sehr gehorsam. Und sie werden manchmal von Mitschülern verprügelt. So ganz gesund kann das nicht sein. Das erinnert mich an das homöopathische Mittel Carcinosinum (eine Krebs-Nosode). In der Materia Medica wird es als „Braves Kind“ bezeichnet. Es soll so einige Symptome mit Natrium muriatikum (Kochsalz) haben. Zum Beispiel ist es nicht in der Lage sich zu wehren. Es ist kein Nein-Sager, sehr harmoniebedürftig. Da gibt es ein interessantes Symptom: Tierlieb. Sie lieben Tiere, schmusen gerne mit Hunden oder Katzen und gehen sehr liebevoll mit ihnen um. Aber dann, wenn es ihnen in der Schule oder in der Familie zu viel wird und sie durch ihren festen Charakterpanzer kein geeignetes Kommunikationsventil für ihre Lebenskraft finden, können sie auch grausam zu Tieren sein. Man findet im „Repertorium Universale“ beide Symptome: Tierlieb und grausam zu Tieren.

Das was einem Carcinosinum so lieb ist, kann durch ihre nicht ausgelebte Wut und Frustration angegriffen werden. Kein Mensch wird davon einen Schaden nehmen, außer ihnen selbst oder dem Haustier. Später im Leben bekommen diese Menschen auch Krebs. Ebenfalls ein Hinweis auf eine tiefe Blockade im Menschen. Diese Krankheiten werden in nächster Zukunft noch weiter zunehmen, da die Gesellschaft selbst immer kranker wird. Auf der einen Seite gibt es Eltern die ihre Kinder nicht beachten, und Eltern die ihre Kinder in ihrer Lebensfreude unterdrücken. Ich kann da nur froh sein, dass ich in unmittelbarer Nähe aber auch sehr positive Beispiele gesehen habe.

Übrigens, das einzige Buch was eine wirklich tiefe Einsicht in die Lebenskraft vermittelt, ist die Bibel. Es hat auch etwas mit den Büchern von Wilhelm Reich gemeinsam: Bücherverbrennungen. Es scheint so, als ob diese Gesellschaft eine so tiefe Blockade hat, dass man sich vor der wahren Natur der Lebenskraft fürchtet. Jedes mal wird mit einer gewissen Aggression darauf reagiert. Oder es wird mit Dogmatismus in die Schranken verwiesen. Der Faschismus der Wilhelm Reichs Bücher verbrennen ließ, hat so viele Gemeinsamkeiten mit der Inquisition, als ob sich ein Trauma immer wieder wiederholt. Nur die Uniformen wechseln die Mode.

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